Künstlerisches Konzept


Kurzbeschreibung

In der Perspektive, dass der Mensch aus dem Energiefeld der Kreation erschaffen und Teil des Mysteriums von Leben ist, vereint er alles Wesentliche in sich, um selbst kreativ zu sein. In ihrer künstlerischen Arbeit vertieft sich die Malerin Sylvia Sigusch in diese natürliche innere Ressource.

Ihre Lehrmeisterin ist die Gegenwart, die ihr beibringt, zu vertrauen. Die Künstlerin lebt ihre „freie Hand“, die ihre Leidenschaft und den Seelenstoff zum Ausdruck bringen. Von erschaffen wollender Kraft erfasst, sucht sie in ihrem kreativen Tun nach dem Erleben von Eins-Sein und Nähe.

Dem Mysterium nahe sein, heißt für sie, gegenwärtig zu sein, frei von Vorstellungen und Introjektionen, wie Kunst sein sollte. Ihre Intention ist es, non-konform und offen zu bleiben und nur ein Minimum an Technik zu nutzen, um Schritt für Schritt ihren künstlerischen Ausdruck frei auszuloten. Ihre teils großformatigen Bilder sind Antworten auf ihre abenteuerlichen Fragen nach dem Selbst und dem Mysterium Leben.

Im Erschaffen von Skulpturen inmitten der Natur findet Sylvia Sigusch einen direkten Spiegel für die Schönheit von Veränderung, denn ihre Werke bestehen aus Lehm, die Wind und Wetter schon im Entstehungsprozess ausgesetzt sind. Zeit und Kunst und Natur werden eins.


Vita

1965 in Naumburg an der Saale geboren
seit 1989 leben, studieren und arbeiten in Berlin
seit 1997 Arbeit als Diplom Psychologin
seit 2001 Studentin am Institut für Kreative Kommunikation und Higher Levels Empowerment bei Regina Körten-Knott – www.higher-levels.com
seit 2008 eigene Praxis für Entspannung und Erneuerung - www.serpienta.de

1997 erste Wandmalerei
2005 erste Skulptur
2008 erste Leinwand
2011-2018 jährliche Ausstellungen in eigenen Räumen + Gemeinschaftsausstellungen in der Galerie des Kunstzentrum Berlin-Tegel 2019 Einzelausstellung in Bremerhaven im Kultur- und Kreativzentrum Fischkai 57


Künstlerisches Konzept

Als freie Künstlerin und Psychologin interessiert mich der Mensch in seinem Leben und Schaffen. In meinem Studium der Kreativen Kommunikation lerne ich über Erd-Leben und das Menschsein darin. Ich studiere die Wasser der Menschen – ihre Gefühle und ihre Leidenschaften – und das, was sie fließen und was sie stagnieren lässt. Menschen gehen unterschiedlich mit dem um, was sie bewegt und wo ihr Gefühl hinfließt. So schreibt die eine, der andere bildhauert, die dritte singt und so fort. Ich habe gewählt, zu malen und Skulpturen aus Lehm zu bauen. Dabei habe ich entdeckt, dass Gestaltungskraft in mir lebt, die selbsttätig arbeitet, wenn ich sie lasse. Meine Hauptaufgabe besteht darin, Hindernisse in Form von Vorurteilen, Beurteilungen, Ansprüchen aufzulösen und ihr damit den Weg freizugeben, um zu tun, was diese freie Kraft tun kann.

Ich habe mich bisher nicht wirklich damit anfreunden können, Kunst-Herstellungs-Techniken zu erlernen. Ich versuchte es, doch nach kurzer Zeit verließ mich die Lust und ich empfand das Gefühl von Ungenügen. Es wurde mir vermittelt, dass wir nur dann wirklich künstlerisch tätig sein können, wenn wir gewisse Techniken beherrschen – alles andere sei Stümperei. Das sehe und erlebe ich tatsächlich ganz anders.

In meinen Ausstellungs-Nächten in Berlin bestätigte sich zunächst diese scheinbar allgemeingültige Aussage. Menschen vertrauten mir oftmals flüsternd an, dass sie selbst auch kreativ seien, doch nicht das Zeug hätten, sich Künstler oder Künstlerin zu nennen. Es sprach ein unsichtbarer Zensor aus ihnen, der ihnen vermieste, zu zeigen, was sie mit Leidenschaft gern tun. Das berührte mich sehr, denn es machte ein ums andere Mal klar, dass sich der Mensch mit dieser Beurteilung in seiner Kraft beschneidet. Unter diesen Bedingungen ist wachsen und den eigenen künstlerischen Ausdruck genießen schwer.

Joseph Beuys sprach von der „bornierten Gewissheit“ derjenigen, die angeblich wissen, was Kunst ist. Er postulierte, dass jeder Mensch ein Künstler sei und forderte auf, „die Geheimnisse produktiv zu machen“. Er machte die Kreativitätsfrage zu einer Frage der inneren Kräfte des Menschen. Mit dieser Sichtweise fühle ich mich vertraut, denn sie beschreibt essenziell das, was ich in meinem jahrelangen Studium der Kreativen Kommunikation herausgefunden und gelernt habe.

Die treibende Kraft, malen zu wollen, birgt in sich ihre ganz eigene „Vorstellung“ von dem, wie sie sich ausdrücken will. Ich diene ihr, indem ich ihr freie Hand lasse. Auf diese Weise erfahre ich, wie sie die Themen und Fragestellungen und Gefühle, die in mir tanzen, in Formen-Landschaften umsetzt.

So geschrieben klingt es, als habe diese Kraft ein Eigenleben, als sei sie ein autonomer Teil in mir. Sie ist unabhängig von meinem Willen und sie scheint gleichzeitig mit allen mir noch unbekannten Tiefen verbunden zu sein. Mittlerweile vertraue ich ihr vollkommen. Ich weiß, dass sie weiß. Sie gibt mir Sicherheit. Sie ist frei von Eitelkeiten jeder Art. Sie ist „unverdorben“ von Ansprüchen, rein, pur und frei. Sie ist, die sie ist. So ist sie für mich ein phantastisches Vorbild, wie ich als Mensch und Frau sein möchte. Wahrhaftig. Ehrlich. Liebevoll. Kreativ. Frei.

In diesem Sinne bin ich eine selbstgelehrte Frau. Autodidaktos – sich selbst lehrend. Diese starke Menschenkunst habe ich in meinem Studium der Kreativen Kommunikation immer weiter gestärkt, geübt und vieles dafür weggegeben. Zum Beispiel das Bedürfnis, viel bis alles wissen und können zu müssen, oder alles unter Kontrolle zu haben. Ich lerne, mir selber immer wieder und weiter aus dem Weg zu gehen, damit diese freie starke innere Kraft Platz hat, sich auszudrücken.

Ich praktiziere täglich, mit dem Leben in Fluss zu sein. Panta rhei – alles fließt. Der Fluss windet sich und bahnt sich seinen ganz eigenen Weg. So verstehe ich auch mich und mein Leben. Die Flussrichtung ändert sich manchmal, die Flussgeschwindigkeit wechselt ständig, und mein Lebensfluss ist ein klitzekleiner Teil im großen Fluss des Lebens auf Erden. Was für ein Erlebnis – wenn man oder frau es denn zulassen kann.

Beim Malen im Zustand der Offenheit geht es darum, dem Fluss zu folgen, ohne bereits die Richtung zu kennen. Mit dem Pinsel bahnt sich die Kraft ihren Weg. Sobald ich versuche, die Führung zu übernehmen und denke zu wissen, wo es lang geht, verliere ich den Rhythmus.

Auch die Orientierung im Raum ist eine andere, denn in der Perspektive der inneren Kraft herrschen andere Gesetze. Sichtbar wird dieses auch daran, dass die meisten meiner Bilder aus unterschiedlicher Perspektive betrachtet werden können und dass diese anderen Blickwinkel neue Realitäten, Landschaften und Kräfte sichtbar werden lassen.

Wenn Hindernisse auftreten, habe ich verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen: Ich kann sie umschiffen, ich kann darüber hinweggehen oder ich kann sie ganz auflösen, wenn es möglich ist. Dabei kommt es auf die Konsistenz oder die Beschaffenheit der Hindernisse an.

Der Welt geht viel Kraft im Einzelnen verloren, durch zu viel innere Zensur oder äußere Bewertung. Sie lassen den Menschen oft „schrumpfen“. Die Vorstellung, wie ein Werk aussehen soll, kann hilfreich sein, aber ebenso auch den Entstehungsprozess blockieren. Denn wenn es nicht so wird, wie ich es mir vorstelle, setzen die kritischen inneren Stimmen ein und blockieren den Fluss. Deshalb ist es so wichtig, nicht für die Akzeptanz der Kunstkritiker zu erschaffen, sondern für mein vertieftes Vertrauen in meine innere Kraft und meinen authentischen Selbstausdruck.

So kann ich immer mehr zulassen, meine Hand und meine innere Kraft frei malen zu lassen. Meine Leidenschaft kann in die Bilder fließen. Mein Körperbewusstsein malt in meinem eigenen Tempo. In diesem langsamen und spannenden Prozess empfinde ich zunehmend, wie diese Kraft in mir wächst und auf ganz natürliche Weise stärker wird. Seitdem ich male, ist mein Leben interessanter, schöner und freier geworden. Ich habe einen Weg gefunden, meiner inneren Kraft zu vertrauen und bin dadurch immer weiter DEM GEHEIMNIS DES LEBENS AUF DER SPUR.

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